Sonntag, 16. Juni 2019

Herzlich Willkommen beim   

Lehrgang "THL"

„Verkehrsunfall mit eingeklemmter Person, Melder…“

… mit diesem Satz starten die Leistungsprüfungen in technischer Hilfeleistung.

Was danach folgt ist den Wehren, welche dieses Abzeichen ablegen, bestens bekannt. Ein standardisierter Ablauf, die Handgriffe der Trupps sitzen, alle Zahnräder greifen ineinander. Am Ende ist die Person im Fahrzeug befreit und dem Rettungsdienst übergeben.

Was bei den Leistungsprüfungen von außen immer so einfach und fast schon alltäglich aussieht, ist im wirklichen Alltag meistens ganz anders. Da steht das Fahrzeug nicht auf allen Vieren, der Platz um den verunfallten PKW sieht ganz anders aus. Hinzu kommen Umweltgegebenheiten, Probleme mit der Mannschaftsstärke und die Kollegen vom Rettungsdienst. Viele Einflüsse welche auf die Einsatzkräfte der Feuerwehr einprasseln. Und viele Aufgaben die zu erledigen sind:

Verkehrsabsicherung, Brandschutz, Kommunikation mit weiteren alarmierten Wehren sowie dem Rettungsdienst und nicht zuletzt die eigentliche Patientenbetreuung und -befreiung.

Aber wie das anstellen, wenn das Fahrzeug auf der Seite liegt? Wie möglichst schnell eine Versorgungsöffnung schaffen? Welche Rettungsart und Rettungsmethode anwenden? Und was ist eigentlich der Unterschied und welche Rollte spielt die Zeit dabei? Was meint der Rettungsdienst mit „patientengerecht“?

Auf all diese Dinge geht der knapp zweitägige Lehrgang des KFV Bamberg „THL“ ein. Wohl bewusst, dass Technische Hilfeleistung ein weitaus größeres Spektrum umfasst, konzentriert sich die Ausbildung auf den Verkehrsunfall mit PKWs.

Am Freitagabend werden die Teilnehmer in einer anschaulichen Präsentation auf den praktischen Teil am Samstag vorbereitet. Hierbei erhalten Sie neben Informationen zur Alarmierung ebenso Einblicke in den korrekten Eigenschutz an Einsatzstellen. Einen Block bilden die „alternativen Antriebe“ mit den für die Einsatzkräfte relevanten Besonderheiten.
Im weiteren Verlauf erhalten die Teilnehmer Wissen über Rettungsarten und -methoden, werden erkennen wie relevant ein Zeitmanagement ist und wo die Schnittstellen zum Rettungsdienst liegen.

Der praktische Teil am Samstag startet mit einer kurzen Gerätekunde mit interessanten Details zu deren korrekten Handhabung.

Im Laufe Tages arbeiten die Teilnehmer an zwei Ausbildungs- sowie vier Übungsstationen verschiedene Lagen ab. Besonderen Reiz gibt dabei die Anwesenheit eines Kollegen vom Rettungsdienst, der von Station zu Station intensiver in die Ausbildung mit eingebunden wird. Feedbackrunden und die Möglichkeit alternative Wege auszuprobieren runden den praktischen Teil ab. Jeder Teilnehmer kann für sich selbst Schlüsse aus den gezeigten Varianten ziehen und bekommt so für den Unfall „auf der Straße“ eine Reihe von Alternativen zur Verfügung.

Gearbeitet wird dabei mit modernen Gerätschaften, neuen Ideen und Alternativen, welche bisher eher skeptisch gesehen wurden.

Die Aussprache zum Lehrgangsende zeigte bisher ein durchweg positives Fazit. Insbesondere die Vermittlung einer einheitlichen Sprache, sowie die Notwendigkeit eines Zeitmanagements und die Absprache mit dem Rettungsdienst wurden von den bisherigen Teilnehmern stets bestätigt.